Das Wissen in der Zeit von Digitalisierung: Akademisierte Weiterbildung als Herausforderung an Profession und Hochschule

Image credit: DGSA conference website

Zusammenfassung

Die vielfältigen durch Digitalisierung hervorgerufenen sozialen, ökonomischen und gesamtgesellschaftlichen Transformationen stellen die Soziale Arbeit in Profession und Ausbildung vor große Herausforderungen. Bestehende Kompetenzen bedürfen der Anpassung an neue soziale Realitäten. Dabei gilt es die akademisierte Fachkräfteausbildung nicht auf einmalige Ausbildungskonzpte im Bereich Bachelor/Master zu reduzieren, sondern die Wissensvermittlung weiter zu denken und vermehrt im Bereich der kontinuierlichen akademisierten Weiterbildung konzeptionell zu gestalten. Die Ermöglichung gesellschaftlicher Partizipation und eigenständiger Agency von Adressat_innen der Sozialen Arbeit stellt professionelle Akteur_innen vor immer neue Herausforderungen. Gleichzeitig bedürfen diese Akteure_innen einer stetig erweiterten Unterstützung in der Erweiterung der eigenen Kompetenzprofile. Die gelingende Gestaltung lebenslangen Lernens wird dadurch zu einer zentralen Aufgabe. Dieser Beitrag skizziert, wie professionelles Wissen der Sozialen Arbeit mit den Möglichkeiten digitaler Lehr- und Lernvermittlung transparent, bedarfsgerecht und von Hochschulen vermittelt und qualitative Standards in der Vermittlung zeitgemäß dokumentiert werden können. In Zeiten der Digitalisierung ist der Theorie-Praxis-Bezug einerseits gekennzeichnet von Änderung in den Theorien der Sozialen Arbeit, andererseits aber auch von stetigen Änderung in der Praxis. Entsprechend braucht es neue Bildungsangebote die einen berufsbegleitendem und familienzeitbezogenem Anspruch genauso gerecht werden wie neue Assessment- und Zertfizierungsformen in Einklang mit den Anforderungen einer sich wandelnden Dokumentationskultur. Dabei gilt es insbesondere auch die notwendige Sicherstellung qualitativer Standards in einem immer heterogener werdenden Berufs- und Angebotskontext zu berücksichtigen und in der Vermittlung und der Zertifizierung transparent vermitteln zu können.

Datum
29 Apr 2022 15:00 — 16:30
Ort
HS RheinMain (Wiesbaden)
Kurt-Schumacher-Ring 18
65197 Wiesbaden

Das Paper wird im Rahmen des Panels 24 auf der DGSA2022 vorgestellt. Die anderen Paper lohnen sich noch mehr!

  • Tobias Kindler & Thomas Schmid (OST – Ostschweizer Fachhochschule; Hebrew University of Jerusalem): Drei Semester studieren unter Covid-19-Bedingungen. Eine Längsschnittuntersuchung zu Veränderungen der Studienbedingungen während der Covid-19 Pandemie
  • Nina Westerholt (Hochschule Niederrhein): Das Verständnis von „Internationalität“ in Studiengängen der Sozialen Arbeit. Was tragen sozialarbeiterische Wissensbestände zum Diskurs der Hochschulinternationalisierung bei?

Ebenso möchte ich herzlich einladen zum ersten DGSA Panel der DGSA Fachgruppe “Soziale Arbeit und Digitalisierung”:

Leider zeitgleich wie mein Panel findet ein hervorragendes Panel unter Birte Schiffhauer (katho Paderborn) als Chair statt:

Ich wünschte so sehr, ich könnte da auch dabei sein!

Am Samstag Mittag (12:00 - 13:30 Uhr) sollte man*frau auf keinen Fall das Panel 40 mit Vera Taube als Chair verpassen:

Joachim K. Rennstich
Joachim K. Rennstich
Professur Internationale Soziale Arbeit und Empirische Forschungsmethoden

Mein Forschungsfokus umfasst die langzeitliche Entwicklung hin zum digitalen Kapitalismus, Digital Literacy und innovative Lehrmethoden.