Online Implementierung

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Wie “macht” man Onlinelehre?

Diskussion

Welche Parameter muss ich bedenken?

Ganz entscheidend für eine gelungene Implementierung der Onlinelehre ist ein gutes Konzept, das didaktische Ziele, die “Rahmenbedingungen” wie Kursform, Anzahl der Kursteilnehmenden, bestehende Kompetenzen von Lehrenden und Studierenden, Modusmöglichkeiten, zeitliche Streckung und einiges mehr in Einklang bringen kann. Die technische Umsetzung, bzw. Möglichkeiten der Umsetzung sind wirklich nur sekundär wichtig; die allermeisten Formen der Lehr-Lernausgestaltung lassen sich mediatisiert gestalten, allerdings nicht immer einfach 1:1 mit den bekannten Interaktionsformen in einem physischen Kontext.

Tabelle 1 listet die verschiedenen Lehrgestaltungsparameter die bei der Entwicklung eines Online-basierten Lehrangebots berücksichtigt, bzw. aus didaktischer Sicht ausgewählt werden müssen (vgl. auch Wannemacher et al., 2016).

Table 1: Kursentwicklungsparameter für die Onlinelehre (Zusammenfassung basiert auf Means et al., 2014, Table 1.1)
Lehrgestaltungsparameter Optionen
Modus Vollständig Online
Blended Learning mit > 50 % Onlineanteil
Blended Learning mit 25–50 % Onlineanteil
Online-gestützte Synchronlehre (F2F)1
Taktung Eigenverantwortlich, mit offenem Beginn und Ende
Veranstaltungsbasiert (also bspw. wöchentlich, oder in Blöcken)
Veranstaltungsbasiert, aber mit einigen eigenverantwortlichen Abschnitten
Studierenden-Dozierenden-Verhältnis < 35 zu 1
36–99 zu 1
100–999 zu 1
> 1000 zu 1
Pädgagogisch-didaktischer Ansatz Expositorisch
Eigentständig konstruktivistisch (exploratory)
Kollaborativ konstruktivistisch (collaborative)
Praktisch-einübend und problemorientiert (practice)
Rolle von Lehrenden Aktive Online Lehrpräsenz
Geringe Online Lehrpräsenz
Keine Präsenz
Rolle von Studierenden Audio/visuelle Wahrnehumung oder lesend
Problem-orientertes oder Antwort-gebendes Arbeiten
Exploratives Arbeiten in Simulationen oder mit anderen Ressourcen
Kollaboratives Arbeiten mit Peers
Rolle von Online-Überprüfungen Evaluation des Kentnisstands für nächsten Lernschritt
Information für Lernsystem, wie Lernprozess unterstützt werden kann
Information für Lehrende und Studierende über den erreichten Lernerfolg
Information für Notenbewertung
Identifikation von Studierenden mit erhöhtem Unterstützungsbedarf
Online Synchronität Asynchron (ausschliesslich)
Synchron (ausschliesslich)
Eine Mischung (Blended)
Feedback-Quelle Automatisiert
Lehrende/r
Peers

Literaturverzeichnis

Means, B., Bakia, M., & Murphy, R. (2014). Learning Online: What Research Tells Us about Whether, When and How. Routledge.

Wannemacher, K., Jungermann, I., Scholz, J., Tercanli, H., & von Villiez, A. (2016). Digitalelernszenarien im Hochschulbereich (Arbeitspapier Nr. 15). Hochschulforum Digitalisierung.


  1. F2F steht für das englische “Face to Face”, also eine zeitgleiche, physische Interaktion, entsprechend der “klassischen” Lehrsituation einer Vorlesung, Seminars oder Übung. Mittlerweile gelten aber auch medialisierte, eine physische Präsenz weitgehend simulierende Interaktion bei manchen Autor_innen als “F2F” Form.↩︎

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